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Wir freuen uns über Dein Interesse an unserer Studie. Wir wissen, dass die Situation rund um COVID-19 für uns alle eine Herausforderung ist, mit massiven Einschränkungen für das persönlichen Leben. Dies betrifft nicht nur aber auch die Gesundheitsversorgung, und in ihr besonders vulnerable Gruppen. Nach unserer Einschätzung ist die Gesundheitsversorgung von trans und transsexuellen Menschen ein Teil davon.

Mit dieser Studie möchten wir daher von Dir erfahren, wie Du persönlich von der Situation rund um COVID-19 betroffen bist und welche Folgen die Pandemie für Deine körperliche und psychische Gesundheit hat.

Warum diese Studie?
COVID-19 ist eine durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Lungeninfektion. Die aktuelle COVID-19 Pandemie stellt die Gesundheitssysteme weltweit vor neue und massive Herausforderungen. Sie führt zu massiven Einschränkungen bei der medizinischen Versorgung. Die Einschränkungen betreffen unweigerlich auch trans und transsexuelle Menschen, deren Zugang zur medizinischen Versorgung bereits vor der COVID-19 Pandemie eingeschränkt war und nun weiter beeinträchtigt wird. Darüber hinaus zeigen Studien über die Erfahrungen mit früheren Pandemien (Leung et al., 2009) und der COVID-19 Pandemie (Wang et al., 2020) deren negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Allgemeinbevölkerung und vulnerabler Gruppen, wie z. B. Fachkräfte Gesundheitsberufe (Li et al., 2020). Bislang können die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie sowohl auf die Gesundheitsversorgung als auch auf die Gesundheit von trans und transsexuellen Menschen nur auf der Grundlage von anekdotischen Informationen, z. B. Blogeinträgen oder individuellen Berichten, bewertet werden (Loggins, 2020). Diese geben jedoch Hinweise auf spezifische negative Auswirkungen für die Betreffenden infolge des eingeschränkten Zugangs zu medizinischer und psychosozialer Versorgung aufgrund der COVID-19 Pandemie.
Was fragt die Studie?
Die Studie enthält eine Reihe von Fragen zu Dir, Deiner aktuellen Lebenssituation und Deinen Anliegen in der Gesundheitsversorgung. Auch fragt sie nach Deiner Gesundheit, sowohl körperlich als auch psychisch. Die meisten Fragen sind Multiple-Choice-Fragen. Zudem gibt es bei einigen Fragen die Möglichkeit, einen freien Text hinzuzufügen. Bitte nutzen Sie die Möglichkeit, uns die Themen mitzuteilen, die wichtig für Dich sind! Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und anonym. Die Teilnahme dauert etwa 20 Minuten und Du kannst sie jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne Nachteile für Dich abbrechen. Die Teilnahme an der Studie ist nicht mit bestimmten gesundheitlichen Risiken verbunden. Du wirst nur gebeten, über Deine persönlichen Erfahrungen mit der aktuellen COVID-19 Pandemie zu berichten. Die Teilnahme ist kostenfrei, allerdings können wir auch keine Aufwandsentschädigung zahlen. Alle Informationen, die wir in der Studie sammeln, behandeln wir vertraulich und verwenden sie ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke. Die Teilnahme an der Umfrage wird etwa 20 Minuten dauern.
Wer kann an dieser Umfrage teilnehmen?
Wir erkennen die Vielfalt in der Trans-Population an. Daher steht diese Umfrage allen offen, die sich als trans oder transsexuell identifizieren, erleben und/oder beschreiben, solange sie mindestens 16 Jahre alt sind. Wir verwenden den Begriff Trans hier als Sammelbegriff, der viele andere Begriffe umfasst, wie z. B. transgender, transident, transgeschlechtlich, nicht-binär, genderqueer, geschlechts-nonkonform, etc. Transsexuelle Menschen sind ebenfalls herzlich eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen.
Wer ist das Forschungsteam und gibt es eine ethische Zustimmung?
Das Projektteam besteht aus Andreas Köhler & Timo Nieder vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Deutschland sowie aus Annette Güldenring, Westküstenklinikum Heide und Bundesverband Trans* (BVT*). Als Kooperationspartner*innen für das deutsch-sprachige Survey konnten der BVT* und die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti e.v.) gewonnen werden. Hilfreiche Rückmeldungen zum Fragebogen gab es zudem von Adrian de Silva, Universität Luxemburg. Vielen Dank! Die Studie wurde von der lokalen psychologischen Ethikkommission (LPEK) am Zentrum für Psychosoziale Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, ethisch genehmigt (Nr.: LPEK-0130, Datum: 01.04.2020).
Wie wurden trans und transsexuelle Personen in das Studiendesign einbezogen?
Der BVT* hat die Entwicklung des Fragebogens beratend unterstützt ebenso wie die dgti. Für hilfreiche Rückmeldungen zum Fragebogen gilt hier ein besonderer Dank an Lena Balk von der dgti. Joz Motmans von der Universität Gent, Belgien hat sich ebenso inhaltlich stark eingebracht wie Leo Mulió Alvarez von Transgender Europe (TGEU). Das Projektteam möchte sich bei allen Personen bedanken, die den Fragebogen überprüft haben, und übernimmt die Verantwortung für verbleibende Fehler. Für diese Umfrage gibt es keine Finanzierung. Wir erkennen an, dass die Umfrage unter großem Zeitdruck erstellt wurde, aber wir haben versucht, eine respektvolle Sprache zu verwenden. Wir freuen uns über weiteres Feedback zur Verbesserung der Studie.
Was wird mit den Ergebnissen geschehen?
Da wir die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Trans-Gesundheit und die Gesundheitsversorgung für ein zeitkritisches Thema halten, werden wir bereits vorläufige Ergebnisse auswerten, insbesondere auf Landesebene. Darauf basierende Informationen sollen sowohl an lokale Trans-Organisationen als auch an die Fachkräfte in der Trans-Gesundheitsversorgung weitergeben werden. Wir hoffen auf diesem Weg darüber informieren zu können, was trans und transsexuelle Menschen im Umgang mit den Folgen der COVID-19 Pandemie benötigen. Wenn die Online-Umfrage abgeschlossen ist, werden die Ergebnisse erneut den teilnehmenden Trans-Organisationen zur Verfügung gestellt und sollen schließlich in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht werden, vorzugsweise Open Access.